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Erich
Hollenstein, geboren am 26. Februar 1932, studierte nach der
Matura an der Lehrerbildungsanstalt in Feldkirch in Regensburg
Kirchenmusik und schloss das Studium mit dem Diplom ab. Danach war
er – neben seinem Beruf als Volksschullehrer und später als
Volksschuldirektor - Chorleiter mehrerer Kirchenchöre. So leitete
er fünf Jahre lang den Kirchenchor St. Peter und Paul in Lustenau
und über zwölf Jahre den Kirchenchor St. Martin in Dornbirn. Außerdem
war er über 22 Jahre Leiter des Chores der Trachtengruppe
Lustenau. Die ersten Kompositionen entstanden allerdings erst nach
seiner Pensionierung im Jahr 1990.
Dabei war ihm die Pflege der Volksmusik immer schon ein großes
Anliegen. Es erschien ihm wichtig, dass möglichst viele Menschen
für diese Musikrichtung begeistert werden können.
Zu einem guten Lied gehört - laut Hollenstein - unbedingt ein
guter Text. Ihm gefiel die Vorarlberger Mundart sehr gut, die Schönheit
und die Verschiedenheit der Dialekte unseres Landes waren für ihn
interessant. Als geborener „waschechter“ Lustenauer war er natürlich
von der Lustenauer Mundart besonders angetan, und die Gedichte von
Sieglinde Fitz-Grabher und Hannes Grabher gehörten zu seinen
bevorzugten Textvorlagen.
Erich
Hollenstein erklärte in einem Interview vor mehreren Jahren:
„Ich lese ein Gedicht mehrmals durch und dabei kommt die Melodie
wie von selbst. Sie ist sozusagen eine Eingebung. Ich habe auch
mehrere Instrumentalstücke komponiert. Dabei ist es so, dass mir
Melodien einfallen, die ich dann für verschiedene
Instrumentalgruppen setze.“
Nach
der Anschaffung eines Computers war es seine Hauptaufgabe, die
bereits komponierten Stücke, die er davor von Hand geschrieben
hatte, in den Computer einzugeben. Damit waren die Lieder
praktisch druckreif. Das machte es auch leichter, sie zu verlegen.
Viele
seiner Lieder hat er im Eigenverlag herausgegeben. Es gibt auch
mehrere Notenhefte, die der Chorverband Vorarlberg veröffentlicht
hat. Auch der Verlag Heyn aus Klagenfurt hat eine beträchtliche
Zahl seiner Kompositionen herausgegeben. Erich Hollenstein freute
sich immer, wenn Instrumentalensembles oder Chöre seine Werke
aufführten. Wenn es seine Zeit und die Gesundheit erlaubten, war
er bei den Aufführungen anwesend.
„Das
Geld ist nicht der Grund, warum ich komponiere.“ Hollenstein
hatte Freude an der Musik und mochte die Volksmusik sehr gerne.
Deshalb schrieb er Lieder und Stücke im Volkston. Viel wichtiger
als das Geld, das er damit verdienen konnte, war ihm, dass seine
Lieder gesungen wurden. Er war der Ansicht, dass Musik nur dann
lebt, wenn sie erklingt.
Da
Erich Hollenstein vorwiegend Lieder in Lustenauer und Bregenzerwälder
Dialekt komponiert hat, legte er Wert darauf, dass
der Text so gedruckt wurde, wie er gesprochen und gesungen werden
muss. Wer seine Noten genauer studiert, findet alle Wörter
lautgetreu geschrieben, sodass es nicht allzu schwierig ist, die
Texte zu singen.
230
Lieder und viele Tänze für Instrumentalensembles stammen aus
Hollensteins Feder. Er hat einige alte Tänze aus Vorarlberg für
Saitenmusikensemble gesetzt und mehrere neue Tänze geschrieben.
Ein Walzer aus dieser Reihe wird von Vorarlberger Orchestern als
Konzertwalzer gespielt. Außerdem gibt es von ihm zwei Messen: die
„Lustenauer Kindermesse“ und die „Lustenauer Messe“.
Die
letzten Jahre seines Lebens verbrachte er im „Seniorenhaus am
See“ in Hard. Stets war er der Musik gegenüber sehr
aufgeschlossen und freute sich, wenn im Seniorenhaus gesungen und
musiziert wurde.
Am
8. März 2011 verstarb Erich Hollenstein. Wir werden ihm ein
ehrendes Gedenken bewahren. |