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Anton Pfeifer

Verfasser:
Mag. Herbert Schwendinger
Erschienen in "Vorarlberg Singt" Nr. 2/2008
Anton Pfeifer wurde am 3. August 1939 in Rum bei Innsbruck geboren. Nach der Volksschule absolvierte er zunächst eine kaufmännische Lehre in Reutte im Tiroler Lechtal. Schon als Jugendlicher sang er im dortigen Männerchor mit und entdeckte auf diese Weise seine Begeisterung für den Chorgesang. Erst mit 17 Jahren konnte er das Studium an der Lehrerbildungsanstalt in Feldkirch beginnen, das er 1961 mit der Matura abschloss. Beim LBA-Chor unter Prof. Schoßland sammelte er weitere Chorerfahrung und erhielt wertvolle Anregungen, die sein Musikverständnis prägten.

Seine erste Wirkungsstätte als Lehrer war Schwarzenberg, wo er selbstverständlich auch den Kirchenchor verstärkte. Nach Absolvierung der Hauptschulprüfung in den Fächern Deutsch, Bildnerische Erziehung und Werken wurde er 1964 an die Hauptschule Egg berufen, in der er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1999 die genannten Gegenstände und zusätzlich Musikerziehung unterrichtete. 13 Jahre lang stand Anton Pfeifer der Hauptschule Egg auch als Direktor vor. Nach der Gründung des Egger Gymnasiums unterrichtete er zusätzlich auch an dieser Schule - und zwar neben den künstlerischen Stammfächern auch Biologie, was seine Vielseitigkeit und sein umfassendes Wissen eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Neben seinen beruflichen Aufgaben entfaltete Anton Pfeifer in Egg sofort eine rege musikalische Tätigkeit und prägte das kulturelle Leben der Wäldergemeinde maßgeblich als Chorleiter sowohl des Kirchenchores als auch des Männerchores. Diese Chöre leitete er 25 bzw. 27 Jahre lang. In den 80-er Jahren gründete er anlässlich eines Adventsingens in Schwarzenberg das Bregenzerwälder Lehrer-Doppelquartett, das er ebenfalls bis 1999 leitete. Mit diesem Ensemble nahm er sehr erfolgreich an diversen Wettbewerben teil und vertrat unsere Region auch im Ausland. Von 1998 bis 2006 leitete er den Chor "Die Kärntner in Vorarlberg".

Sein unermüdliches Schaffen fand ein vorläufiges Ende, als er 2006 einen Schlaganfall erlitt und auch den Tod seiner geliebten Gattin verkraften musste.

Für seine Verdienste um das Chorwesen des Bregenzerwaldes wurde ihm 1993 vom CHORVERBAND VORARLBERG die Rudolf von Ems-Medaille verliehen.

Künstler - Komponist - Chorleiter
Anton Pfeifer war von seiner Ausbildung her zunächst der bildenden Kunst zugewandt, wovon viele Illustrationen, Zeichnungen, Gemälde und Holzschnitzereien Zeugnis ablegen. Als Komponist ist er Autodidakt. Seine Chorsätze entstanden aus der Praxis und für die Praxis. Er arrangierte und komponierte für sein Doppelquartett, für seine Chöre und für Schüler-Ensembles. Erste Anregungen zu eigenen Chorsätzen erhielt er auf den Chorleiterkursen des CHORVERBAND VORARLBERG in Egg, auf denen Kapazitäten wie Günter Mittergradnegger, Helmut Wulz, Franz Burkhardt u. a. als Referenten wirkten. In der Folge besuchte er Chorleiterkurse des Jugend- und Familienministeriums in verschiedenen österreichischen Bundesländern und schließlich über 10 Mal die internationale Chorakademie Krems unter Erwin Ortner.

Anton Pfeifer war die Pflege und Erhaltung des Bregenzerwälder Liedgutes stets ein Herzensanliegen. Im Bestreben, die alten Melodien auch für Chöre singbar zu machen und auf diese Weise wieder "unters Volk zu bringen" entstanden seine Chorarrangements, denen bald auch eigene Kompositionen auf Texte verschiedener Bregenzerwälder Mundartdichter folgten. Seine Liedvertonungen wirken nie gekünstelt, sondern sind immer im einfachen Volkston gehalten und leicht singbar.

Bei der Vertonung eines Textes geht Pfeifer immer vom natürlichen Fluss der Sprachmelodie aus, die er musikalisch überhöht und präzisiert und schließlich mit einer Basslinie und den dazu passenden Harmonien unterlegt. Das verbindet Text und Musik zu einer Einheit und schafft eine große Natürlichkeit. Anton Pfeifers Lieder werden mittlerweile im ganzen Land gesungen und sind vielfach zu echten Volksliedern geworden.
Werkverzeichnis
Werkliste Anton Pfeifer
Einige Liedsätze Anton Pfeifers sind veröffentlicht in:
- Bregenzerwälder Lieder und Jodler, herausgegeben vom Heimatpflegeverein Bregenerwald 1991,         - Musikverlag Abel
- Vorarlberger Chorbuch, herausgegeben vom Vorarlberger Volksliedwerk, Musikverlag Abel
- Klara Schwendinger, Alarhand und'ranand, Mundartgedichte und Lieder, Musikverlag Abel, 1986
- Klara Schwendinger, I Gotts Nammo, Mundartgedichte und Lieder, Musikverlag Abel, 1997

Über alle nicht veröffentlichten Liedsätze Toni Pfeifers verfügt unser Notenarchiv. Der Autor hat sie zur Weitergabe und Vervielfältigung freigegeben.